RV Nord-West bei der WTD 91 in Meppen

(WehrTechnischeDienststelle 91 für Waffen und Munition)

Es war ein Besuchermagnet, der „Tag der offenen Tür„ bei der WTD 91, früher bekannter als Erprobungsstelle der Bundeswehr. Mehr als 35 000 Besucher zählte diese Veranstaltung. Von nah und fern kamen die Gäste, klein und groß, komplette Familien, mit Fahrrad oder Auto. Das Veranstaltungsgelände war großräumig abgesperrt, die Besucher mit dem Pkw wurden bereits an den Zufahrtsstraßen  auf die 10 riesigen Parksammelplätze geleitet und von dort mit ca.
90 Shuttle-Bussen von 09.00 bis 18.00 Uhr zum Veranstaltungsgelände und zurück befördert. Alles kostenlos, Eintritt frei.
Offizielle Eröffnung erfolgte um 10.00 Uhr durch den Bürgermeister von Meppen und den Leiter der WTD 91. Den musikalischen Startschuß gab das Luftwaffenmusikkorps aus Münster mit einem Platzkonzert. Ein Höhepunkt war die „Dynamische Waffenschau„  , die 2 x vor mehreren zehntausend Zuschauern mit Ohrenstöpseln stattfand ( s. Bild 1). Ein Raketenwerfer feuerte donnernd
seine Salve ab, die Besuchertribüne erbebte leicht.  Bergepanzer rasten durch das Gelände, andere Bw-Fahrzeug bewiesen ihre Wendigkeit wie der Schützenpanzer „Puma“ (s.Bild 2). Der Minenräumpanzer „ Keiler“ wurde von der Panzerpioniertruppe vorgestellt. Panzertypen z.B. der „Leopard „ und Haubitzen demonstrierten ihre Feuerkraft, der Detonationsknall fuhr einigen trotz Vorwarnung und Ohrenstöpseln doch in die Glieder. Viel Applaus gab es für die punktgenaue Landung der Fallschirmspringer der Bundespolizei ( s.Bild 3).
28 Informationsstände für alle Altersgruppen zogen die Besucher in ihren Bann.
Ein Anziehungspunkt bildeten natürlich:

  • die Hubschrauer (s.Bild 4 u. 5)
  • eine Drohne ( s.Bild 6)  und
  • das Flugabehrsystem „Mantis“ ( Bild 7 zeigt die radargesteuerte Flugabwehrkanone).

Etliche Stationen informierten z.B. über Messtechnik, Optik/Gefechtsfeldaufklärung, Handfeuerwaffen, Technologie von Waffen und Munition.
Die Station für Bw- Modelle ( im Stand oder in Bewegung s. Bild 9) war ständig umlagert. Eine alte Kanone und historische Kostüme waren ein begehrtes Fotomotiv (s. Bild 8). Das leben im Felde mit Zweimannzelt, Lagerfeuer, Ausrüstung wie Schlafsack und Stahlhelm begeisterte natürlich die Kleinen. Der Landesforstbetrieb Niedersachsen war mit Gerät und Vorführungen ebenso vertreten wie etliche Reservistenverbände des Emslandes.
Wer sich einen Gesamtüberblick verschaffen wollte, konnte aus einer Kabine, von einem Kran hochgezogen, aus luftiger Höhe das Veranstaltungsgelände überblicken. (s.Bild 10)
Viel Laufen macht hungrig, hier schaffte die Bw-Küche mit der wie immer wohlschmeckenden Erbsensuppe Abhilfe, es herrschte großer Andrang. Aber auch sonst waren für jedermanns Geschmack Imbiß- und Getränkestände aufgebaut. Im Festzelt konnte man bei Kaffee und Kuchen verschnaufen.
Es war ein interessanter und schöner  Tag (ab 11.00 Uhr kam die Sonne und stahlend blauer Himmel).
Zur Erprobung der reichweitengesteuerten Heeres- und Marinegeschütze wurde im Jahr 1876 durch die Firma Alfred Krupp ein geeigneter Schießplatzin dem dünn besiedelten Emland nahe der Kleinstadt Meppen im Nordwesten von Niedersachsen eingerichtet. Der erste Schuß wurde am 05.09.1877 aus einem 12 cm Belagerungsgeschütz abgefeuert. In den folgenden Jahren wurden Geschütze und Kanonen jeglicher Art  und Kaliber untersucht, erprobt, vorgestellt und eingeschossen. Das legendäre „Paris-Geschütz“ mit einer Schussweite von 128 km  wurde hier entwickelt.
1957 erfolgte die Übernahme des Schießplatzes durch die Bundesrepublik und die „Erprobungstelle 91 für Waffen und Munition“ der Bundeswehr aufgestellt. Die Umbenennung  in Wehrtechnische Dienststelle 91 (WTD 91) erfolgte 1987. Die heutige Gesamtgröße beträgt ca. 192 qkm  mit einer Länge von 30 km und einer Breite von 5-7 km. Eine maximale Schußentfernung  von etwa 28 km ist möglich. Es ist der größte instrumentierte Schießplatz Westeuropas.
Innerhalb von über 50 Jahren wurde die WTD 91 zu einer vielseitig genutzten Institution für die Untersuchung, Erprobung und Bewertung von z.B.

  • Waffen, Waffensystemen, Munition aller Art
  • Raketen, Lenkflugkörpern und Drohnen
  • optisches und optronisches Gerät zur Aufklärung und Feuerleitung
  • Schutzbunker und Schutzeinrichtungen
  • Angelegenheiten des Panzerschutzes.

Die Stärke der WTD 91 liegt in der Fähigkeit, nahezu alle Tätigkeiten durchführen zu können, die zur Untersuchung eines Waffensystems gehören:
Spezifieren, Erproben, Messen, Analysieren und bewerten.
Sie ist verantwortlich für die technische Betreuung  während der Nutzung des Wehrmaterials.Aber nicht nur für die Bundeswehr, sondern auch für Dritte z.B. Ministerien, Institute, Firmen, Kriminalämter, Staatsanwaltschaft etc. führt sie Aufträge durch. Ebenso gehören dazu die Untersuchung von fremden Wehrmaterial und Güteprüfungen jeglicher Art.
Ihr obliegt die Vertretung von Belangen des deutschen Rüstungsbereiches in nationalen und internationalen Gremien.

Bericht:  Ulrich Frobel

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